Portrait von Ellen White
A-   A+
A-   A+
Bücher
Achtung, noch nicht 100% für das Handy optimiert.
Ich arbeite parallel an der APP.
Kapitel 79: „Es ist vollbracht!“
Kapitel 79: „Es ist vollbracht!“
611

Auf der Grundlage von Johannes 19,28-30. DM.611 Teilen

Christus gab auf Erden nicht eher Sein Leben auf, bis Er das Werk vollendet hatte, das auszuführen Er gekommen war. Erst mit dem letzten Atemzug am Kreuz rief Er aus: „Es ist vollbracht!“ Johannes 19,30. Der Kampf war gewonnen. Seine Rechte und Sein heiliger Arm hatten Ihm den Sieg erstritten. Vgl. Psalm 98,1. Als Sieger hatte Er Sein Banner auf den ewigen Höhen errichtet. Herrschte darüber nicht Freude unter den Engeln? Der ganze Himmel nahm jubelnd Anteil an dem Sieg des Erlösers. Satan war geschlagen, und er wusste, dass sein Reich verloren war. DM.611.1 Teilen

Für die Engel und die nicht gefallenen Welten war Jesu Ruf: „Es ist vollbracht!“ von tiefer Bedeutung. Das große Erlösungswerk war für sie genauso vollbracht worden wie für uns. Ihnen wie uns kommen die Früchte des Sieges Christi zugute. Erst durch den Tod Christi wurde den Engeln und allen nicht gefallenen Welten der wahre Charakter Satans völlig erkennbar. Der Erzfeind hatte sich so geschickt verstellt, dass selbst heilige Wesen weder seine Grundsätze verstanden noch die Art seiner Empörung klar erkannt hatten. Als Wesen von wunderbarer Kraft und Herrlichkeit hatte er sich gegen Gott erhoben. Über Luzifer sagt der Herr: „Du warst das Abbild der Vollkommenheit, voller Weisheit und über die Maßen schön.“ Hesekiel 28,12. Er hatte als schirmender Cherub in der Gegenwart Gottes gestanden und war das höchste aller Geschöpfe gewesen. Er hatte besonderen Anteil daran gehabt, Gottes Absichten dem Universum zu offenbaren. Nachdem er gesündigt hatte, war seine betrügerische Macht umso größer und die Enthüllung seines wahren Charakters umso schwieriger, weil er eine herausragende Stellung bei Gott eingenommen hatte. DM.611.2 Teilen

Gott hätte Satan und seine Anhänger so leicht vernichten können, wie man einen Kieselstein zur Erde fallen lassen kann, aber Er tat es nicht. Die Rebellion sollte nicht durch Gewalt überwunden werden. Zwangsmaßnahmen sind nur unter Satans Herrschaft zu finden. Gottes Grundsätze sind anders geartet. Seine Autorität beruht auf Güte, Gnade und Liebe, und die Darstellung dieser Grundsätze ist das Mittel, das genutzt werden soll. Gottes Regierung ist moralisch einwandfrei, und Wahrheit und Liebe sollen die überwindende Macht sein. Es war Gottes Absicht, alle Dinge auf eine ewige, sichere Grundlage zu stellen. Im Ratschluss des Himmels wurde entschieden, Satan Zeit zu geben, die Prinzipien zu entwickeln, die seiner Herrschaft zu Grunde liegen. Er hatte behauptet, dass sie erfolgreicher seien als die göttlichen Grundsätze. Der Entfaltung satanischer Grundsätze wurde Zeit gewährt, damit deren Auswirkungen von den himmlischen Welten beobachtet werden könnten. DM.611.3 Teilen

612

Satan verführte den Menschen zur Sünde. Daraufhin wurde der Erlösungsplan eingesetzt. 4000 Jahre lang wirkte Christus für eine Besserung der Menschheit, während sich Satan um deren Herabsetzung und Vernichtung bemühte. Und der Himmel war Zeuge dieses Ringens. Als Jesus zur Welt kam, wandte sich Satans Macht gegen Ihn. Von der Zeit an, da Jesus als Kindlein in Bethlehem erschien, kämpfte der Thronräuber darum, Ihn zu vernichten. Er versuchte mit allen Mitteln, Jesus daran zu hindern, sich zu einem vollkommenen Kind, zu einem untadeligen Mann, zu einem heiligen Diener und zu einem fleckenlosen Opfer zu entwickeln. Doch es gelang ihm nicht. Er konnte den Erlöser nicht zur Sünde verleiten. Er konnte Ihn weder entmutigen noch von der Aufgabe fernhalten, um derentwillen Er auf diese Erde gekommen war. Von der Wüste bis nach Golgatha stürmte der Zorn Satans auf Ihn ein; aber je erbarmungsloser der Böse Ihn angriff, desto fester hielt Jesus die Hand des Vaters. Alle Anstrengungen Satans, Christus zu unterdrücken und zu überwinden, ließen dessen makelloses Wesen nur umso heller erstrahlen. DM.612.1 Teilen

Der Himmel und die ungefallenen Welten waren Zeugen jenes Konfliktes. Mit wachsender Anteilnahme verfolgten sie den zu Ende gehenden Kampf. Sie sahen den Heiland den Garten Gethsemane betreten, Seine Seele gebeugt unter dem Schrecken einer großen Finsternis. Sie hörten Seinen schmerzerfüllten Ruf: „Mein Vater, ist‘s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber.“ Matthäus 26,39. Als die Gegenwart des Vaters wich, sahen sie den Herrn in noch größerer Seelennot als bei Seinem letzten großen Todeskampf. Blutiger Schweiß drang aus Seinen Poren und fiel in schweren Tropfen auf die Erde. Dreimal entrang sich Seinen Lippen ein Gebet um Errettung. Der Himmel konnte diesen furchtbaren Anblick nicht länger ertragen, und Gott sandte einen Boten, um den Sohn zu trösten und zu stärken. DM.612.2 Teilen

Der Himmel sah das Opfer verraten in der Hand des mörderischen Volkes und mit Spott und Gewalt von einer Gerichtsverhandlung zur anderen gehetzt. Er hörte das Hohngelächter der Verfolger Jesu, die sich über Seine niedere Herkunft lustig machten, und bis zu Ihm drang die mit Fluchen und Schwören bekräftigte Verleugnung Jesu durch einen Seiner Lieblingsjünger. Engel sahen das rasende Wirken Satans und seine Macht, die er über die Herzen der Menschen hatte. Welch ein schreckliches Schauspiel! Der Heiland wurde um Mitternacht in Gethsemane ergriffen, hin- und hergeschleppt zwischen Palast und Gerichtsgebäude, zweimal vor die Priester gestellt, zweimal vor den Hohen Rat, zweimal vor Pilatus und einmal vor Herodes. Er wurde verhöhnt, gegeißelt, verurteilt und dann, mit der Bürde des Kreuzes belastet, unter dem Wehklagen der Töchter Jerusalems und dem Johlen des Volkshaufens zur Kreuzigungsstätte geführt. Schmerzlich bewegt und voller Bestürzung sah der Himmel den Heiland am Kreuz hängen. Blut strömte von Seinen verwundeten Schläfen herab, und blutig gefärbter Schweiß stand auf Seiner Stirn. Von Seinen Händen und Füßen fiel das Blut tropfenweise auf den Felsen, in den das Kreuz eingelassen war. Die von den Nägeln gerissenen Wunden wurden durch das Gewicht des Körpers immer größer. Sein Atem ging tief und stoßweise, als Seine Seele unter der Sündenlast der ganzen Welt ächzte. Der ganze Himmel war von Verwunderung erfüllt, als Jesus inmitten dieser furchtbaren Not betete: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Lukas 23,34. Doch das Kreuz umstanden nach dem Bilde Gottes gestaltete Menschen, die sich zusammengetan hatten, das Leben des eingeborenen Gottessohnes zu vernichten. Welch ein Anblick für die himmlischen Welten! DM.612.3 Teilen

613

Alle Mächte und Gewalten der Finsternis waren um das Kreuz versammelt und warfen den höllischen Schatten des Unglaubens in die Herzen der Menschen. Als Gott diese Wesen schuf, damit sie vor Seinem Thron stünden, waren sie schön und herrlich. Ihre Schönheit und Heiligkeit entsprach ihrer hohen Stellung. Sie waren voll der Weisheit Gottes und umgürtet mit der Rüstung des Himmels — sie waren Diener Jahwes. Wer konnte jedoch jetzt noch in diesen gefallenen Engeln die herrlichen Seraphim erkennen, die einst im Himmel dienten?! Satanische Kräfte verbanden sich mit bösen Menschen und veranlassten das Volk zu glauben, dass Christus der größte unter den Sündern und verachtenswert sei. Jene, die den Herrn am Kreuz verspotteten, wurden vom Geist des ersten großen Rebellen erfüllt. Er ließ sie gemeine und widerliche Reden führen und bestärkte sie in ihren Hohnreden. Doch bei alledem erreichte Satan nichts. DM.613.1 Teilen

Hätte an Christus nur ein Unrecht gefunden werden können, hätte Er auch nur im Geringsten dem Versucher nachgegeben, um den schrecklichen Qualen zu entgehen, dann würde der Feind Gottes und der Menschen triumphiert haben. Jesus neigte Sein Haupt und starb, aber Er hatte Seinen Glauben bewahrt und Sich Seinem Vater unterworfen. „Ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; denn der Verkläger unsrer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unsrem Gott.“ Offenbarung 12,10. Satan stellte fest, dass ihm seine Maske weggerissen wurde. Seine Handlungsweise wurde vor den nicht gefallenen Engeln und dem ganzen Himmel offengelegt. Er hatte sich selbst als Mörder zu erkennen gegeben. Indem er das Blut des Sohnes Gottes vergoss, hatte er alle Sympathien der himmlischen Wesen verspielt. Seitdem wurde sein Wirken beschränkt. Welche Haltung er auch immer einnehmen würde, er konnte nicht mehr auf die Engel warten, wenn sie von den himmlischen Höfen kamen, und vor ihnen Christi Brüder verklagen, dass sie mit unreinen, sündenbefleckten Kleidern angetan seien. Das letzte Band der Zuneigung zwischen der himmlischen Welt und Satan war zerrissen. Dennoch wurde Satan damals nicht vernichtet. Die Engel verstanden selbst zu jenem Zeitpunkt noch nicht alles, was mit dem großen Kampf zu tun hatte. Die Grundsätze, die auf dem Spiel standen, sollten noch vollständiger offenbart werden. Und um der Menschen willen sollte Satans Existenz noch erhalten bleiben. Der Mensch muss so wie die Engel den großen Gegensatz zwischen dem Fürsten des Lichts und dem Fürsten der Finsternis erkennen und sich entscheiden, wem er dienen will. DM.613.2 Teilen

614

Zu Beginn des großen Kampfes hatte Satan erklärt, dass Gottes Gesetz nicht gehalten werden könne, dass Gerechtigkeit und Barmherzigkeit unvereinbar seien und dass es, sollte das Gesetz übertreten werden, für den Sünder unmöglich sei, Vergebung zu erlangen. Jede Sünde müsse bestraft werden, sagte Satan, und wenn Gott die Strafe erlassen würde, wäre Er kein Gott der Wahrheit und Gerechtigkeit. Als die Menschen Gottes Gebote verletzten und dem göttlichen Willen trotzten, triumphierte Satan. Er behauptete jedes Mal, es sei nun erwiesen, dass man das Gesetz nicht halten und dass den Menschen nicht vergeben werden könne. Weil er nach seiner Empörung aus dem Himmel ausgestoßen worden war, forderte er, dass auch das Menschengeschlecht von der Gunst Gottes ausgeschlossen sein sollte. Gott könne nicht gerecht sein und zugleich einem Sünder Gnade erweisen. DM.614.1 Teilen

Der Mensch war aber — selbst als Sünder — in einer anderen Situation als Satan. Luzifer hatte im Himmel im Licht der Herrlichkeit Gottes gesündigt. Ihm war die Liebe Gottes gezeigt worden wie keinem anderen Geschöpf. Er kannte das Wesen Gottes und Seine Güte und wählte sich dennoch seinen eigenen selbstsüchtigen, unabhängigen Weg. Seine Wahl war endgültig. Gott konnte nichts mehr tun, um ihn zu retten. Der Mensch aber wurde getäuscht, sein Geist wurde durch die ausgeklügelten Spitzfindigkeiten Satans verdunkelt, er kannte nicht die Höhe und Tiefe der Liebe Gottes. Für ihn bestand Hoffnung, wenn er die Liebe Gottes kennenlernen würde. Durch die Betrachtung des göttlichen Wesens konnte er wieder zu Gott gezogen werden. DM.614.2 Teilen

Durch Jesus wurde den Menschen Gottes Barmherzigkeit offenbart, doch Barmherzigkeit hebt die Gerechtigkeit nicht auf. Das Gesetz ist ein Spiegel des Wesens Gottes. Nicht ein Punkt davon kann geändert werden, um dem Menschen in seinem gefallenen Zustand entgegenzukommen. DM.614.3 Teilen

615

Gott änderte Sein Gesetz nicht, aber Er opferte sich selbst in Christus zur Erlösung der Menschen. „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber.“ 2.Korinther 5,19. Das Gesetz fordert Gerechtigkeit — ein gerechtes Leben, einen vollkommenen Charakter. Der Mensch kann dies nicht erfüllen, er kann den Anforderungen des göttlichen Willens nicht genügen. Aber Christus, der als Mensch auf die Erde kam, führte ein heiliges Leben und entwickelte einen vollkommenen Charakter. Er bietet dies jedem, der es für sich in Anspruch nehmen will, als freies Geschenk an. Sein Leben bürgt für das Leben der Menschen. So erlangen sie durch die Langmut Gottes Vergebung ihrer in der Vergangenheit liegenden Sünden. Mehr noch: Christus durchdringt die Menschen mit den Eigenschaften Gottes. Er formt den menschlichen Charakter nach dem himmlischen Vorbild und verleiht ihm dadurch geistliche Kraft und Schönheit. So wird gerade die Gerechtigkeit des Gesetzes in Christi Nachfolgern erfüllt. Es gilt, dass Gott allein „gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus“. Römer 3,26. DM.615.1 Teilen

Gottes Liebe hat sich in Seiner Gerechtigkeit nicht weniger bekundet als in Seiner Gnade. Gerechtigkeit ist die Grundlage Seiner Herrschaft und die Frucht Seiner Liebe. Satan wollte die Gnade von der Wahrheit und Gerechtigkeit trennen. Er versuchte zu beweisen, dass die Gerechtigkeit des göttlichen Gesetzes seinem Frieden feindlich gegenübersteht. Christus aber zeigte, dass nach dem Plan Gottes beides unlösbar miteinander verbunden ist und dass das eine nicht ohne das andere bestehen kann. Er will, „dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen“. Psalm 85,11. DM.615.2 Teilen

Durch Sein Leben und durch Seinen Tod bewies Christus, dass die Gerechtigkeit Gottes nicht Seine Barmherzigkeit zunichte macht, sondern dass die Sünde vergeben wird, dass das Gesetz gerecht ist und ganz gehalten werden kann. Satans Anklagen waren widerlegt. Gott hatte den Menschen einen eindeutigen Beweis Seiner Liebe gegeben. DM.615.3 Teilen

Nun versuchte Satan eine andere Täuschung. Er erklärte, dass Gnade die Gerechtigkeit zunichte gemacht und Christi Tod das Gesetz des Vaters aufgehoben habe. Wäre es möglich gewesen, Gottes Gesetz zu verändern oder abzuschaffen, dann hätte Christus nicht zu sterben brauchen. Aber das Gesetz aufzuheben, hieße die Übertretungen zu verewigen und die Welt der Herrschaft Satans zu unterstellen. Weil das Gesetz unveränderlich war und weil der Mensch nur durch den Gehorsam gegen Seine Vorschriften gerettet werden konnte, wurde Christus am Kreuz erhöht. Und doch stellte Satan die Mittel, durch die Jesus das Gesetz aufrichtete, so dar, als ob sie das Gesetz zunichte machten. Hierüber wird der letzte Streit des großen Kampfes zwischen Christus und Satan entbrennen. DM.615.4 Teilen

616

Satan behauptet jetzt, das von Gott selbst verkündete Gesetz sei fehlerhaft und einige seiner Vorschriften seien aufgehoben worden. Dies ist der letzte große Betrug, den er der Welt bringen wird. Er braucht nicht das ganze Gesetz anzugreifen. Wenn er nur die Menschen dazu verleiten kann, eine Vorschrift zu ignorieren, ist seine Absicht schon erreicht, „denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig“. Jakobus 2,10. DM.616.1 Teilen

Lassen sich die Menschen darauf ein, auch nur ein Gebot zu übertreten, so begeben sie sich unter Satans Gewalt. Der Teufel versucht die Welt dadurch zu beherrschen, dass er Menschengebote an die Stelle der göttlichen Verordnungen setzt. Dieses Vorhaben ist bereits durch das prophetische Wort vorausgesagt worden, denn es heißt von der großen abtrünnigen Macht, die der Stellvertreter Satans ist: Sie „wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden“. Daniel 7,25. Die Menschen werden sicher mit eigenen Gesetzen den Gesetzen Gottes entgegenarbeiten. Sie werden versuchen, die Gewissen anderer zu zwingen, und in ihrem Eifer ihre Gesetze durchsetzen und ihre Mitmenschen unterdrücken. DM.616.2 Teilen

Der Kampf gegen Gottes Gesetz, der im Himmel seinen Anfang nahm, wird bis zum Ende der Zeit fortgesetzt. Jeder Mensch wird geprüft werden. Gehorsam oder Ungehorsam, das ist die Frage, die von der ganzen Welt entschieden werden muss. Alle werden ihre Wahl treffen müssen zwischen dem Gesetz Gottes und den Geboten der Menschen. Hier wird die große Trennlinie gezogen werden. Es wird dann nur zwei Menschengruppen geben. Der Charakter eines jeden Menschen wird vollständig entwickelt sein, und alle werden zeigen, ob sie Treue oder Empörung gewählt haben. DM.616.3 Teilen

Dann wird das Ende kommen. Gott wird Sein Gesetz rechtfertigen und Sein Volk erlösen. Satan und alle, die sich mit ihm in der Empörung verbunden haben, werden vernichtet werden. Sünde und Sünder werden untergehen, und es werden „ihnen weder Wurzel noch Zweig“ (Maleachi 3,19) gelassen werden. DM.616.4 Teilen

Des Herrn Wort wird sich am Fürsten des Bösen erfüllen: „Weil sich dein Herz überhebt, als wäre es eines Gottes Herz, ... verstieß ich dich vom Berge Gottes und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus der Mitte der feurigen Steine ... Alle, die dich kannten unter den Völkern, haben sich über dich entsetzt, dass du so plötzlich untergegangen bist und nicht mehr aufkommen kannst.“ Hesekiel 28,6.16.19. Dann wird der Gottlose nicht mehr sein, „und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg.“ Psalm 37,10. DM.616.5 Teilen

617

Dies ist keine willkürliche Handlung Gottes. Vielmehr ernten die Verächter Seiner Gnade, was sie gesät haben. Gott ist die Quelle des Lebens, und wer den Dienst der Sünde wählt, trennt sich von Gott und schneidet sich selbst vom Leben ab. Er ist dann „entfremdet dem Leben, das aus Gott ist“. Epheser 4,18. Der Herr sagt: „Alle, die mich hassen, lieben den Tod.“ Sprüche 8,36. Gott lässt sie eine Zeitlang gewähren, damit sie ihren Charakter entwickeln und ihre Prinzipien offenlegen können. Wenn dies geschehen ist, erhalten sie die Früchte ihrer eigenen Wahl. Durch ein Leben der Empörung stellten sich Satan und seine Verbündete so völlig außerhalb der Übereinstimmung mit Gott, dass allein dessen heilige Gegenwart für sie ein verzehrendes Feuer ist. DM.617.1 Teilen

Zu Beginn des großen Kampfes verstanden die Engel dies nicht. Hätten Satan und seine Scharen zu jener Zeit schon alle Folgen ihrer Übertretung ernten müssen, wären sie umgekommen, aber die himmlischen Wesen würden dann nicht klar erkannt haben, dass die Vernichtung das unvermeidliche Ergebnis der Sünde gewesen wäre. In ihren Herzen wäre ein Zweifel an Gottes Güte als böses Samenkorn zurückgeblieben, und eine todbringende Frucht der Sünde und des Elends hätte reifen können. DM.617.2 Teilen

So wird es nun nicht mehr sein, wenn der große Kampf beendet ist. Wenn der große Erlösungsplan vollendet ist, wird das Wesen Gottes allen intelligenten Geschöpfen enthüllt sein. Die Vorschriften Seines Gesetzes werden sich als vollkommen und unveränderlich erweisen. DM.617.3 Teilen

Die Sünde hat ihre Natur offenbart, und Satan hat seinen Charakter bekundet. Dann wird die Ausrottung der Sünde Gottes Liebe rechtfertigen und Seine Ehre in dem Universum wiederherstellen, dessen Bewohner mit Freuden Seinen Willen tun und Sein Gesetz in ihrem Herzen tragen. So mögen sich die Engel denn gefreut haben, als sie auf den am Kreuz hängenden Heiland schauten. Wenn sie auch noch nicht alles begriffen, wussten sie doch, dass die Vernichtung der Sünde und des Teufels für alle Zeiten gewiss, dass die Erlösung der Menschen gesichert und das Weltall auf ewig gerettet war. Der Heiland selbst kannte genau die Folgen Seines Opfers auf Golgatha. Diese sah Er vor sich, als Er am Kreuz ausrief: „Es ist vollbracht!“ Johannes 19,30. DM.617.4 Teilen

7145
31262
Weiter zu "Kapitel 80: In Josephs Grab"
Stichwörter