Portrait von Ellen White
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Gebet
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Als Christus viele Menschen um sich versammelt sah, jammerte ihn derselben; denn sie waren verschmachtet und zerstreut „wie die Schafe, die keinen Hirten haben“. Matthäus 9,36. Christus sah die Krankheit, die Sorge, den Mangel und die Erniedrigung der Massen, die sich um ihn drängten. Ihm wurden die Nöte und das Weh der Menschen auf Erden zugetragen. Unter allen Gesellschaftsklassen, unter den Vornehmsten und den Niedrigsten, erblickte er Seelen, die nach den Segnungen verlangten, die zu gewähren er gekommen war. Sie brauchten nur seine Gnade erkennen, um Bürger seines Reiches zu werden. „Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Matthäus 9,37.38. Z6.255.1 Teilen

Heute haben wir die gleichen Nöte. Die Welt braucht Arbeiter, die wie Christus für die Leidenden und Sünder wirken. Es müssen in der Tat viele Menschen erreicht werden. Die Welt ist voller Krankheit, Leiden, Elend und Sünde. Sie ist voll von solchen, die unsre Dienste brauchen — von Schwachen, Hilflosen, Unwissenden und Erniedrigten. Z6.255.2 Teilen

Viele Jugendliche unserer Tage wählen den Weg des Unterganges, obwohl sie Gemeinschaften, religiösen Anstalten und Familien angehören, in denen man sich zum Christentum bekennt. Durch Unmäßigkeit ziehen sie sich Krankheiten zu, und aus der Gier, Geld zur Befriedigung sündhafter Neigungen zu erwerben, verfallen sie der Unehrlichkeit. Gesundheit und Charakter werden zugrunde gerichtet. Von Gott entfremdet und aus der Gesellschaft ausgestoßen, empfinden diese armen Menschen, dass sie für dieses und das zukünftige Leben nichts zu hoffen haben. Die Herzen ihrer Eltern sind gebrochen. Die Menschen bezeichnen diese Verirrten zwar als hoffnungslos; Gott aber blickt mit barmherziger Zärtlichkeit auf sie. Er kennt alle Umstände, die sie der Versuchung erliegen ließen. Dies ist eine Menschenklasse, um die wir uns kümmern müssen. Z6.255.3 Teilen

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Aber die, welche die Ansprüche Gottes nicht anerkennen, sind nicht die einzigen, die sich im Elend befinden und der Hilfe bedürfen. In der heutigen Welt, in der Selbstsucht, Gier und Unterdrückung herrschen, befinden sich manche treue Kinder des Herrn in Not und Elend. In armseligen, dürftigen Wohnstätten, von Armut, Krankheit und Schuld umgeben, tragen viele geduldig die Bürde ihres eignen Leides und versuchen, die Hoffnungslosen und in Sünde Gefallenen in ihrer Umgebung zu trösten. Viele von ihnen sind den Gemeinden oder den Predigern beinahe unbekannt; aber sie sind Lichter des Herrn, die in der Finsternis leuchten. Ihnen gilt die besondere Sorgfalt des Herrn, und er ruft sein Volk auf, ihm hilfreich zur Hand zu gehen, um ihre Mängel abzustellen. Wo immer eine Gemeinde ist, sollte man dieser Klasse besondere Aufmerksamkeit zuwenden, sie ausfindig machen und ihr dienen. Z6.256.2 Teilen

Während wir für die Armen wirken, sollten wir unsre Aufmerksamkeit auch den Reichen zuwenden, deren Seelen in den Augen Gottes ebenso kostbar sind. Christus wirkte für alle, die sein Wort hören wollten. Er suchte nicht nur die Zöllner und Ausgestoßenen, sondern auch den reichen und gebildeten Pharisäer, den jüdischen Edlen und den römischen Regierungsbeamten auf. Für den Reichen müssen wir in Liebe und Gottesfurcht wirken. Zu oft vertraut er seinen Reichtümern und merkt nicht die Gefahr, in der er steht. Die irdischen Schätze, die der Herr den Menschen anvertraut hat, sind oft eine Quelle großer Versuchungen. Tausende kommen so zu sündhaften Neigungen, die sie in unmäßigen und lasterhaften Gewohnheiten bestärken. Unter den elenden Opfern der Armut und Sünde finden wir viele, die einstmals reich waren. Männer verschiedener Berufe und Stände wurden durch die Befleckungen der Welt überwunden; durch alkoholische Getränke und Fleischeslust sind sie den Versuchungen erlegen. Während die Gefallenen unser Mitleid erregen und unsre Hilfe benötigen, sollten wir nicht auch denen unsre Aufmerksamkeit schenken, die noch nicht so tief gesunken sind, aber denselben Weg einschlagen? Tausende, die ehrenvolle und nützliche Stellungen einnehmen, huldigen Gewohnheiten, die den Untergang für Leib und Seele bedeuten. Sollten wir uns nicht ernstlich bemühen, sie aufzuklären? Z6.256.3 Teilen

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Diener des Wortes, Staatsmänner, Schriftsteller, wohlhabende und begabte Männer, hervorragende Geschäftsleute, Menschen die von höchstem Nutzen sein könnten, schweben in tödlicher Gefahr, weil sie nicht einsehen, dass strenge Mäßigkeit in allen Dingen erforderlich ist. Ihre Aufmerksamkeit muss auf die Grundsätze der Mäßigkeit gelenkt werden. Das darf nicht in fanatischer oder willkürlicher Art geschehen, sondern in Erkenntnis des großen Zieles Gottes mit den Menschen. Könnte man ihnen die Grundsätze wahrer Mäßigkeit so darlegen, dann würden sehr viele Angehörige der höheren Klassen ihren Wert erkennen und sie gern annehmen. Z6.257.1 Teilen

Noch einer andern Gefahr sind die Reichen besonders ausgesetzt. Auch hier ist ein Betätigungsfeld für den ärztlichen Missionar. Viele, die in der Welt Glück haben und die nie den gewöhnlichen Formen des Lasters zuneigen, gehen doch durch ihre Liebe zum Reichtum zugrunde. Von ihren irdischen Gütern in Anspruch genommen, sind sie gegen die Forderungen Gottes und die Nöte ihrer Mitmenschen gleichgültig. Statt ihren Reichtum als Gabe zu betrachten, die zur Ehre Gottes und zur Hebung der Menschen verwendet werden soll, halten sie diese für ein Mittel, sich zu verwöhnen und zu verherrlichen. Sie erwerben ein Haus nach dem andern, ein Grundstück nach dem andern und füllen ihre Häuser mit Kostbarkeiten, während der Mangel durch die Straßen schleicht und um sie herum Menschen in Elend, Verbrechen und Krankheit leben. Wer sich in seinem Leben nur selbst dient, entwickelt in sich nicht die Eigenschaften Gottes, sondern die Satans. Z6.257.2 Teilen

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Diese Männer brauchen das Evangelium. Ihre Augen müssen von der Eitelkeit irdischer Dinge auf die Kostbarkeit der ewigen Schätze hingewendet werden. Sie müssen die Freude des Gebens sowie den Segen, Gottes Mitarbeiter zu sein, kennenlernen. Z6.258.1 Teilen

Menschen dieser Klasse sind oft schwer zugänglich, aber Christus wird uns Wege öffnen, auf denen wir sie erreichen können. Die weisesten, vertrauenswürdigsten und hoffnungsfreudigsten Arbeiter sollen nach diesen Seelen suchen. Mit der Weisheit und dem Taktgefühl, die aus der göttlichen Liebe geboren werden, mit der Bildung und Höflichkeit, die nur die Gegenwart Christi der Seele verleihen kann, laßt sie für die Menschen wirken, die durch den Flitter irdischer Reichtümer geblendet, die Herrlichkeit des himmlischen Schatzes nicht sehen. Die Arbeiter sollen mit ihnen die Bibel erforschen und die heilige Wahrheit ihren Herzen einprägen. Lest ihnen die Worte Gottes: „Von ihm kommt auch ihr her in Christo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.“ 1.Korinther 1,30. „So spricht der Herr: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmen will, der rühme sich des, dass er mich wisse und kenne, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der Herr.“ Jeremia 9,22.23. „An welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.“ Epheser 1,7. „Mein Gott aber fülle aus alle eure Notdurft nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit in Christo Jesu.“ Philipper 4,19. Z6.258.2 Teilen

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Weise und liebevolle Anstrengungen können manchen Reichen zum Verständnis seiner Verantwortung vor Gott erwecken. Wenn man ihnen verständlich macht, dass der Herr erwartet, dass sie als seine Vertreter die leidenden Menschen unterstützen sollen, werden viele darauf eingehen und Mitgefühl und Mittel für die Armen aufbringen. Wenn ihre Gemüter auf diese Weise von ihren selbstsüchtigen Interessen abgelenkt werden, werden sich so manche Christo unterwerfen. Mit ihrem Einfluß und ihren Mitteln werden sie sich freudig im Werk der Wohltätigkeit mit dem Missionar vereinen, der Gottes Helfer bei ihrer Bekehrung war. Durch den rechten Gebrauch ihres irdischen Besitzes sammeln sie „Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen.“ Lukas 12,33. Sie werden den Schatz erwerben, den die Weisheit bietet, „dauerhaften Reichtum und Gerechtigkeit.“ Z6.259.2 Teilen

Durch die Beobachtung unserer Lebenshaltung bilden sich die Weltmenschen ihre Meinung über Gott und über die Religion Christi. Allen, die Christus nicht kennen, müssen die erhabenen, edlen Grundsätze seines Wesens im Leben derer vor Augen treten, die Gott kennen. Es ist die heilige Pflicht und das köstliche Vorrecht des ärztlichen Missionars, dieser Not entgegenzutreten und die Erkenntnis der Liebe Christi in die Heimstätten von hoch und niedrig, reich und arm zu tragen. Z6.259.3 Teilen

„Ihr seid das Salz der Erde“, sagte Christus zu seinen Jüngern; diese Worte gelten auch heute seinen Dienern. Seid ihr Salz, so habt ihr auch konservierende Eigenschaften, und die Kraft eures Wesens wird einen rettenden Einfluß ausüben. Z6.259.4 Teilen

Wenn ein Mensch auch tief in Sünde verstrickt sein mag, gibt es doch die Möglichkeit, ihn zu retten. Viele haben den Sinn für die ewige Wirklichkeit verloren; sie wissen nicht mehr, dass sie Gottes Ebenbild sind, und begreifen kaum noch, dass sie eine Seele haben, die gerettet werden muss, oder verloren geht. Weder glauben sie an Gott, noch vertrauen sie ihren Mitmenschen. Sie können aber Taten praktischen Mitgefühls und Werke der Hilfsbereitschaft verstehen und schätzen. Sehen sie, dass jemand in ihre elenden Hütten kommt, ohne Erwartung irdischen Lobes oder irdischer Belohnung, der den Kranken dient, die Hungrigen nährt, die Nackten kleidet und alle zart auf den hinweist, dessen Liebe und Mitleid er als Bote vertritt — dann werden ihre Herzen gerührt. Dankbarkeit kommt auf. Der Glaube wird angefacht. Sie sehen, dass Gott sich um sie kümmert, und sie sind bereit zu lauschen, wenn ihnen sein Wort erschlossen wird. Z6.259.5 Teilen

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Diese Arbeit der Wiederherstellung erfordert viel mühsame Anstrengungen. Man sollte diesen Seelen keine aufsehenerregenden Sonderlehren mitteilen. Erhalten sie aber leibliche Hilfe, dann kann man ihnen die gegenwärtige Wahrheit darlegen. Männer, Frauen und Jugendliche müssen das Gesetz Gottes mit seinen weitreichenden Forderungen erkennen. Nicht Mühsal, Plackerei oder Armut erniedrigen die Menschen, sondern die Sünde, die Übertretung des Gesetzes Gottes. Die aufgewandten Mühen, Ausgestoßene und Erniedrigte zu retten, sind nutzlos, wenn nicht die Ansprüche des Gesetzes Gottes und die Treue ihm gegenüber in Herz und Sinn geprägt werden. Gott hat nichts Unnötiges als Pflicht auferlegt, um die Menschen mit sich zu verbinden. „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele ... die Gebote des Herrn sind lauter und erleuchten die Augen.“ „Ich bewahre mich in dem Wort deiner Lippen vor Menschenwerk, vor dem Wege des Mörders,“ sagt der Psalmist. Psalm 19,8.9; Psalm 17,4. Z6.260.1 Teilen

Engel helfen bei dem Bemühen, die Gefallenen aufzurichten und sie zu dem zurückzubringen, der sein Leben gab, um sie zu erlösen. Der Heilige Geist wirkt mit dem Menschen, um die sittlichen Kräfte zu erwecken, indem er an den Herzen arbeitet, die Sünde tadelt und auf Gerechtigkeit und Gericht hinweist. Z6.260.2 Teilen

Widmen sich Gottes Kinder dieser Arbeit, dann werden viele die Hände ergreifen, die ausgestreckt wurden, sie zu retten. Sie werden gezwungen, von ihrem bösen Wesen zu lassen. Einige der Geretteten können durch den Glauben an Christus zu hohen Stellen im Dienste Gottes aufsteigen. Sie können mit Verantwortungen im Werk der Seelenrettung betraut werden. Sie kennen aus Erfahrung die Nöte derer, für die sie arbeiten, und sie wissen, wie man ihnen helfen kann. Sie kennen auch die Mittel, die man am besten einsetzen kann, um die Umkommenden zu erretten. Sie sind Gott dankbar für den Segen, den sie erhalten haben; ihre Herzen sind von Liebe beseelt, und ihre Kräfte sind stark genug, um andre aufzurichten, die sich niemals ohne Hilfe erheben könnten. Dadurch, dass sie die Bibel als ihren Führer und den Heiligen Geist als ihren Helfer und Tröster annehmen, öffnet sich vor ihnen eine neue Laufbahn. Jede dieser Seelen, die dem Heer der Arbeiter hinzugetan und die belehrt wird, wie man Menschen für Christus retten kann, wird zum Mitarbeiter derer, die sie zur Erkenntnis der Wahrheit brachten. So wird Gott geehrt und seine Wahrheit verbreitet. Z6.260.3 Teilen

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